Das war die fünfte Fairtauschparty…

Es ist ein großes Gewusel: Hände greifen nach Kleidungsstücken, lassen den Stoff durch die Finger gleiten – Seide, Baumwolle, Leinen – Mäntel werden von Kleiderbügeln genommen und angezogen, neue Schuhe geschnürt, Schals um Hälse gelegt – türkis, gelb, lila – und Hosen und Röcke anprobiert. Kleine Grüppchen bilden sich um die runden Tische mit den Kleidungsstücken aber auch im angrenzenden Anbau, wo es Kaffee, Kuchen und Waffeln gibt.

Es ist wieder Fairtauschparty und dieses Jahr ist der Andrang sogar noch größer als sonst. Neuankömmlinge stehen meist etwas verdutzt mit ihren mitgebrachten Kleidern im Eingang, bis ihnen jemand die Tüten oder Kisten abnimmt. Darin befinden sich aussortierte Hosen, Shirts, Kleider, Jacken, Assesoirs und alles, was sich im Laufe der Jahre in den Kleiderschränken angesammelt hat – selten getragen, zu klein geworden, aber zu gut zum Wegschmeißen.
Die LadenmitarbeiterInnen ordnen all die Kleidungsstücke nach Größe auf die Tische und Kleiderbügel, während die Gäste mit dem Stöbern beginnen können. Jeder, auch wer
selbst nichts beigesteuert hat, kann sich aus dem Sammelsorium so viel aussuchen, wie er möchte. Und wenn einen nach all dem Aussuchen und Anprobieren die Müdigkeit überkommt, kann man im Anbau mit frisch gebackenem Kuchen und Waffeln über einer Tasse heißem fairtrade Kaffee wieder zu Kräften kommen.
Mittlerweile ist es schon die fünfte Fairtauschparty, die in Brandenburg von den Grünen und dem Weltladen organisiert wird. Über die Jahre haben Lokalitäten, Spendeorganisationen und Besucher zwar gewechselt, dass Prinzip ist aber das gleiche geblieben: statt ständig neue Kleidung zu kaufen, die womöglich unter menschenunwürdigsten Bedingungen hergestellt wurde, tauscht man seine alten Klamotten mit anderen. Denn was dem einen nicht mehr gefällt, kann für den anderen gerade perfekt sein. Ungetragene Fehlkäufe werden damit vor der Mülltonne bewahrt und
im Kleiderschrank wird wieder etwas Abwechslung geschaffen.

All das, was am Ende der Fairtauschparty übrigbleibt, geht an eine gemeinnützige Organisation, in diesem Jahr an die Kleiderkammer der DEKRA, welche die Kleidung sortiert, wäscht, bügelt und falls nötig flickt. Bei Vorlage eines Familienpasses oder Harz-IV-Scheins kann man sich dort anmelden und kostenlos Kleidung bekommen.
Während all die, die da waren ihre neuen Lieblingsstücke ausprobieren, kombinieren und präsentieren, können die, die das Spektakel am Samstag verpasst haben, aufatmen:
Die nächste Fairtauschparty wird kommen. Und bis dahin sieht man sich ja vielleicht auch mal im Weltladen!

 

 

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